Als Vorlesung bezeichnet man eine Unterrichtsstunde an einer Hochschule. Sie wird meistens von einem Professor oder Dozenten gehalten.
Bisweilen liest der Dozent lediglich sein Skript oder Folien vor. Dies wird aber eher als schlechter Stil gewertet, da inzwischen viel lebendigere (und damit eingängigere) Methoden der Didaktik bekannt sind. Unter dem Vorwand der Freiheit der Lehre finden sich auch Vorlesungen, die didaktisch und auch inhaltlich nicht den Anforderungen der Studenten genügen. Professoren oder Dozenten haben jedoch Im Unterschied zu Lehrern meist keine didaktische Ausbildung genossen.
Professoren verteilen zu den Vorlesungen manchmal Skripten (oder sie lassen solche verkaufen). In jüngerer Zeit ist es aber üblich geworden, dass Studenten die Skripten von der Website des Professors herunterladen und selbstständig ausdrucken. Die Qualität solcher Skripten schwankt jedoch enorm. Manchmal gibt es ein spärliches Skript – zum Beispiel eine Sammlung der präsentierten Grafiken, zu denen der Student selbst das eigentliche Wissen notieren muss – oder es gibt veritable Lehrtexte, die den Kauf eines vorlesungsbezogenen Lehrbuchs ersparen.
Oft ist es von den Dozenten in den Vorlesungen heute gewünscht, dass Studenten aufzeigen, um Nachfragen zu stellen. Nicht selten sprechen Dozenten die Studenten heute auch schon unaufgefordert an, um die Aufmerksamkeit in der Vorlesung zu erhöhen. Um dieser Form der Beteiligung zu entgehen, ist zu beobachten, dass viele Studenten sich zunächst möglichst weit hinten im Hörsaal verteilen. Ein weiterer Grund zum weiter hinten sitzen ist, dass es weniger auffällt, wenn man während der Vorlesung redet, etwa um den gerade durchgenommenen Vorlesungsstoff zu besprechen.
Es ist oft gut möglich, ohne den Besuch von Vorlesungen zu studieren. Dazu gehört aber eine massive Selbstdisziplin, denn der Student muss dann selber seinen Tag einteilen und seine Zeit sinnvoll nutzen. In den Geisteswissenschaften – und dort vor allem in der Philosophie und der Literaturwissenschaft – kann es vorkommen, dass der Student nur fünf Vorlesungsstunden pro Woche besucht. Er muss aber trotzdem Zeit investieren und zu Hause lernen. Hörbehinderte Studenten sind manchmal darauf angewiesen, praktisch alles selbstständig zu lernen, weil die großen Vorlesungssäle oft eine schlechte Akustik aufweisen. Durch die Einführung einer Anwesenheitspflicht wird immer mehr versucht, die Studenten an die Vorlesungen zu binden.