Das Rigorosum ist eine Form der mündlichen Promotionsprüfung an einer Hochschule.
Das Rigorosum ist aus der lateinischen Bezeichnung examen rigorosum (rigor starr, streng) abzuleiten. Es steht für eine strenge Schlussprüfung zur Erlangung eines akademischen Grades, im Normalfall des Doktorgrades. Im Unterschied zur Disputation oder öffentlichen Verteidigung werden im Rigorosum, das in der Regel die Form einer "normalen" mündlichen Prüfung hat, normalerweise neben dem Thema der Dissertation weitere Fächer geprüft.
In der Regel wird das Rigorosum vor dem Promotionsausschuss einer Fakultät oder in Anwesenheit dessen Vertreter dem Dekan der Fakultät abgelegt und zwar für die umfangreiche Form bestimmter mündlicher Doktorprüfungen, zumal solcher, zu denen die Zulassung ohne vorausgegangene Staatsprüfung erfolgt. Ein bestandenes Rigorosum berechtigt gewöhnlich noch nicht zum Tragen des Doktortitels. Manche Universitäten vergeben - nach Akkredition der Gutachten und des bestandenen Rigorosums durch die Fakultät - den Titel eines Doctor designatus (Dr. des.), der bis zur Publikation der Doktorthese getragen werden darf.
Ob eher das Rigorosum oder eher die Disputation als der angesehenere und schwierigere Weg der Promotion gilt, ist von Hochschule zu Hochschule teils sehr unterschiedlich, da beide Verfahren bislang nicht vereinheitlicht worden sind.
Der Begriff Rigorosum wird in einigen Fächern teilweise auch für Wiederholungsklausuren verwendet, die die versäumte bzw. nicht bestandene Klausur an Umfang und Schwierigkeit deutlich übertreffen können, falls der zeitliche Abstand zur vorherigen Klausur besonders groß ist.