Das Latinum (von examen Latinum, „lateinische Prüfung“) ist ein Nachweis über lateinische Sprachkenntnisse.
In zahlreichen geisteswissenschaftlichen Studienfächern sind an deutschen Universitäten das Latinum oder Lateinkenntnisse im Umfang des Latinums vorgeschrieben. Dies betrifft nicht nur Theologie und Archäologie, sondern auch viele Fremdsprachen, Philosophie und Geschichte. Die letzteren beiden können mittlerweile an einigen Universitäten zumindest bis zum Bachelor-Abschluss auch ohne den Nachweis des Latinums studiert werden. Das Latinum ist heute nicht mehr erforderlich für ein Studium der Human- und Veterinärmedizin oder der Rechtswissenschaften. Neuerdings gibt es allerdings Stimmen, die eine dringende Wiedereinführung angesichts des zunehmend falschen Umgangs mit Terminologie und Orthographie fordern (z.B. die Universitäten Köln und Halle). Die medizinische Fakultät der Universität Halle bietet Studienbewerbern derzeit sogar die Möglichkeit ihren Schnitt durch den nachträglichen Erwerb des Latinums und sogar des Graecums zu verbessern. So kann die Zeit eines Wartesemesters sinnvoll überbrückt werden.
Wer das Latinum nicht an der Schule erworben hat, kann es in der sogenannten "staatlichen Ergänzungsprüfung zum Abitur" nachträglich erwerben. Die geforderten Prüfungsleistungen sind im Vergleich zum Schulniveau in der Kürze der Zeit anspruchsvoller und arbeitsaufwendiger. Universitäten und private Sprachinstitute bieten dazu ein- bis zweisemestrige Vorbereitungskurse oder mehrwöchige Intensivkurse in den Semesterferien an.