Akademien der Wissenschaften sind gelehrte Gesellschaften für wissenschaftliche oder künstlerische Forschungen. Sie kennen keine Lehre. Ihre Arbeit vollzieht sich in gemeinsamen Sitzungen ihrer Mitglieder, während der die Forschungsergebnisse vorgetragen werden, die dann wiederum in Sitzungsberichten oder Abhandlungen veröffentlicht werden. Diese typischerweise staatlich unterhaltenen Selbstverwaltungskörperschaften sind in zwei bis drei Klassen unterteilt, meistens eine philosophisch-historische Klasse, eine mathematisch-naturwissenschaftliche und manchmal eine Klasse für Kunst und Literatur. Die enge Fachbegrenzung ist heute aufgehoben, sodass fast alle Disziplinen vertreten sind. Die Klassen haben etwa je 30 bis 50 ordentliche, das heißt für gewöhnlich aus dem Lande stammende Mitglieder und etwa je 80 korrespondierende, das heißt in der Regel auswärtige Mitglieder. In Österreich erhält jedes spätere ordentliche Mitglied zunächst den Status des korrespondierenden Mitgliedes.
Die ordentlichen, fast immer ehrenamtlichen Mitglieder wählen aus ihren Reihen einen Präsidenten auf Zeit. Neue Mitglieder werden kooptiert, das heißt, von ordentlichen Mitgliedern zugewählt. Die Arbeitsgebiete der Akademie der Wissenschaften sind meistens langwierige wissenschaftliche Untersuchungen wie die Herausgabe von Wörterbüchern, die Betreuung von Sammelpublikationen wie die der Monumenta Germaniae Historica, die Flora Sibirica oder die von Kaiserurkunden usw.
Anstalten zur Förderung wissenschaftlicher oder künstlerischer Studien
Schon früh wurden Anstalten zur Vermittlung eines bestimmten Fachwissens gegründet. Es waren dieses Bergakademien, Bauakademien, Kunstakademien, Akademie der Künste sowie Philosophische, Theologische, Pädagogische Forst-, Kunst-, Musik- und Rechtsakademien. Die Bergakademie Clausthal wurde 1775, die Bergakademie Freiberg Sachsen wurde 1765 und die Bergakademie Montanhochschule Ostrau wurde 1716 gegründet.
Die Akademien betreiben neben der Forschung gleichermaßen die Lehre auf hochschulmäßiger Grundlage und sind vergleichbar mit einer Hochschulfakultät. Sie weisen häufig eine Entwicklungstendenz zur Hochschule auf.
Unvollständig ausgebaute Hochschulen
Darunter sind in erster Linie Philosophisch-theologische Akademien, Sportakademien, Ordenshochschulen, Kriegsakademien, Militärärztliche Akademien, Staatsmedizinische Akademien zur Ausbildung von Amtsärzten, Ärztliche Fortbildungsakademien, Landwirtschaftliche Akademien, Forstakademien, Filmakademien, Pädagogische Akademien zum Zwecke der Lehrerbildung, Handelsakademien, Bauakademien, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien zu verstehen.
Akademien zur kulturellen Bildung
Dies sind Fort- und Weiterbildungseinrichtungen vor allem für Multiplikatoren in sozialen oder kulturellen Berufen, die mit staatlicher Unterstützung getragen werden. Überregionale Bedeutung haben: Die Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung e. V., die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel und Burg Fürsteneck, Akademie für berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung im Landkreis Fulda.
Sonstige
Außer den genannten Einrichtungen gab und gibt es Akademien auch im Militär und in der Wirtschaft, die unter Berücksichtigung sehr unterschiedlichen Kriterien gegründet wurden, beispielsweise Ritter- oder Kriegsakademien sowie Akademien zur Ausbildung der Nachwuchskräfte der Wirtschaft. Weitere Akademien sind Bildungseinrichtungen in privater oder kirchlicher Trägerschaft. Auch wenn der Begriff „Akademie“ rechtlich nicht geschützt ist, legen die Handelsregistergerichte und die sie beratenden Kammern meistens (aber nicht grundsätzlich) recht hohe Maßstäbe für die Eintragung dieses Begriffs als Namensbestandteil in das Handelsregister an. In der Regel wird darauf geachtet, dass solche Einrichtungen dem Anspruch gerecht werden, den der Akademie-Begriff weckt. Einige Beispiele hierfür sind die TÜV Akademie Rheinland, die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim, die Akademie der Architektenkammer NRW gGmbH, die Sachverständigen Akademie Aachen GmbH, die Technische Akademie Wuppertal e. V. und andere. Als Beispiele für einen, wenn nicht unbedingt irreführenden, so doch weniger gerechtfertigen Gebrauch des Wortes Akademie seien die zahlreichen Sommerakademien angeführt.