Der Bewerber muss mindestens 19 Jahre alt sein,
eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine 3-jährige Berufstätigkeit vorweisen können. Erziehungszeiten werden angerechnet, ebenso Zeiten der Arbeitslosigkeit sowie des Wehr- oder Zivildienstes.
einen Schulabschluss haben; manche Bundesländer setzen allerdings nur die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht voraus.
Staatliche Abendgymnasien sind in der Regel kostenfrei, es entstehen also keine monatlichen Studiengebühren. Indirekte Kosten entstehen für Berufstätige, wenn sie wegen der Doppelbelastung nicht mehr wie im bisherigen zeitlichen Umfang arbeiten können, was auf die meisten Schüler zutrifft. Ab dem vierten Semester kann, wenn die persönliche Berechtigung besteht, die Schulausbildung nach BAföG gefördert werden. Die Fördergelder müssen nicht zurückgezahlt werden.
Für Personen mit dem Abschluss der Mittleren Reife dauert die Schulzeit bis zum Abitur fünf bis sieben Semester (2½ bis 3½ Jahre), für jene mit einem Hauptschulabschluss unter Umständen acht Semester.
Der Besuch eines „Vorkurses“ (ein bis zwei Semester), in dem früherer Lernstoff aufgefrischt wird und der auf das anschließende Abendstudium vorbereitet, ist in manchen Bundesländern freiwillig, in anderen hingegen verpflichtend. Zudem gibt es an zahlreichen Abendgymnasien einen „Aufbaukurs“ („achtes Semester“), der Einsteigern mit Haupt- und Realschulabschluss Unterrichtsinhalte in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch bietet. Mancherorts werden auch Aufbaukurse für Nicht-Muttersprachler zur Festigung der Deutschkenntnisse angeboten. Aufbaukurs und Vorkurs unterstützen also bei der Entscheidung, ob man bereit ist, die kommenden Strapazen der Schulausbildung auf sich zu nehmen – und man sein Leben entsprechend darauf umstellt.
Überblick: Die drei Phasen an einem Abendgymnasium bis zur Abiturprüfung
Vorkursphase (Aufbaukurs und Vorkurs) je ein Semester (bei Bedarf),
Einführungsphase (erstes und zweites Semester),
Qualifikationsphase (drittes bis sechstes Semester).
Der Fächerkanon der Abendgymnasien entspricht weitgehend dem eines „normalen“ Gymnasiums, vereinzelt hängen besondere Nebenfächer vom Schulprofil des Abendgymnasium ab, von seiner Größe oder den Ressourcen.
Die drei Aufgabenfelder an einem AG lauten:
Aufgabenfeld 1: Deutsch, DaZ, Englisch, Französisch, Latein, Spanisch (u. ä.)
Aufgabenfeld 2: Historisch-politische Bildung, Philosophie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (u. ä.)
Aufgabenfeld 3: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik (u. ä.)
Das Fach Sport kann an vielen AG belegt werden.
„Deutsch als Zweitsprache“ (kurz: DaZ) kann an vielen AG an Stelle der zweiten Fremdsprache (Französisch, Latein oder Spanisch) im Vorkurs und in der Einführungsphase belegt werden. DaZ ist für diejenigen Studierenden gedacht, die sich zwar schon sehr gut auf Deutsch verständigen können, aber noch nicht feste Grundlagen in dieser Sprache besitzen.
Die Klassenstärke liegt meist bei 15-20 Schülern. Teilweise weitaus weniger. Diese kleinen Gruppen besitzen den Vorteil für Schüler, dass sich Lehrer besser und intensiver als in Tagesschulen auf die Lernenden einstellen können. In den letzten Jahren steigen allerdings auch an Abendgymnasien die Klassengrößen, da dieser Bildungszweig zur Zeit einen Boom erlebt. Die Lehrerinnen und Lehrer der AGs sind zwar in der Regel auf eigenen Wunsch in diesem Bildungszweig tätig, haben aber zumeist keine spezielle Ausbildung in der Erwachsenendidaktik, sondern eine für die Sekundarstufen 1 und 2.